REISEVORBEREITUNG
Für südliche Länder (Afrika, Südamerika, Südostasien)
Vor der Reise
VISUM
Erkundigen Sie sich in jedem fall vorher, ob ein Visum für Ihr Reiseland
benötigt wird. Die Bearbeitungsfrist kann mehrere Wochen in Anspruch nehmen.
Falls ein Visum benötigt wird, muß der Pass meistens mindestens noch ein halbes
Jahr über das Ausreisedatum hinaus gültig sein.
Bei visumfreier Einreise beträgt die maximale Aufenthaltsdauer meistens
3 Monate. Erkundigen Sie sich auch hier und verlassen Sie sich nicht unbedingt
darauf, dass der Reiseveranstalter Sie mit der Nase darauf stößt. Normalerweise
steht es immer in den Hinweisen aber die sind auch schnell mal überlesen oder
veraltet. Selbst wenn der Reiseveranstalter hier etwas versäumt haben sollte,
bedenken Sie bitte: Hinterer verklagen ist ein schwacher Trost für eine
misslungene Reise!
IMPFUNGEN
Sie können sich im nächsten Tropeninstitut
(i.d.R. kostenpflichtig) oder bei Ihrem Hausarzt beraten lassen und dort
auch gegen Cholera, Gelbfieber, Typhus, Hepatitis und Tollwut impfen lassen. Mir
ist kein Land bekannt, bei dem für die Einreise von Europa aus eine Impfungen vorgeschrieben ist. Jedoch kann es zu Impfzwang
kommen, wenn Sie mehrere Länder bereisen und die Grenze von einem
Infektionsgebiet aus überqueren. So ist z.B. für die Einreise von Deutschland
nach Brasilien keine Impfung vorgeschrieben. Wenn Sie aber von Venezuela aus
einreisen, ist eine Gelbfieberimpfung vorgeschrieben und wird bei Nichtnachweis
auch gleich an Ort und Stelle nachgeholt!
Auffrischungsimpfungen gegen
Diphtherie und Tetanus (Wundstarrkrampf) sind empfehlenswert. Malariaprophylaxe
wird Ihnen meist prophylaktisch vom Tropeninstitut empfohlen. Die Prophylaxe
beeinträchtigt jedoch das Wohlbefinden erheblich (vergleichbar mit
Chemotherapie) und ist in den meisten Reisegebieten bei ausreichendem
Mückenschutz auch nicht notwendig. Es gibt außerdem inzwischen gute Mittel, um
bei den ersten Anzeichen einer Malariainfektion den Erreger gleich
auszuschalten.
MEDIKAMENTE und andere Mittel
An Medikamenten sollen Sie mitnehmen: Schmerztabletten, Präparate gegen
Magen-Darm-Infektionen, gegen akuten Durchfall, Erkältungen und Fieber, Pflaster,
Binden und hochprozentigen Alkohol – denn jede noch so kleine Wunde
sollte desinfiziert und steril abgedeckt werden. Hilfreich sind außerdem
Sagrotan, Autan (Mückenschutz) sowie feuchte Toilettentücher.
BEKLEIDUNG
Nehmen Sie bitte leichte und tropengerechte Kleidung mit (hell, möglichst aus
Baumwolle). In muslimischen Ländern sowie Indien und Kenia Sie sollten
unbedingt auch lange Röcke oder Hosen mitnehmen, da in der Öffentlichkeit die
Bekleidung über die Knie und über die Schultern reichen muß. Eine warme Strickjacke
oder ein Pullover für öffentliche Gebäude, Überlandbusse, kühle Abende, höher
gelegene Gebiete oder kältere Wetterperioden ist
unbedingt mitzunehmen. Wann immer Sie einen Raum (oder Fahrzeug) mit Klimaanlage
betreten, müssen Sie mit arktischen
Temperaturen rechnen. Das ist kein Witz! Die Einheimischen mögen das so wie wir im Sommer Eis schlecken. Schon mancher
Besucher ist aus den Tropen mit einer handfesten Erkältung nach Hause
gekommen. In der Regenzeit auch unbedingt
eine Regenjacke mit Kapuze mitnehmen. Festes Schuhwerk ist in Städten meist nicht
erforderlich, aber doch zu empfehlen. Bei Trekking selbstverständlich. In
Gebieten, in denen Schlangen oder Skorpione vorkommen, sollte man mindestens knöchelhohe
stabile Wanderschuhe tragen. Das Risiko einer lebensbedrohlichen Vergiftung
wird durch diese einfache Maßnahme dramatisch reduziert, da die Viecher nur
unterhalb 10 cm beißen bzw. stechen.
DOKUMENTE und SICHERHEIT
An Dokumenten mitnehmen sollten Sie Reisepaß, Impfpaß und Führerschein
(auch wenn Sie nicht fahren). Weitere wichtige Reisedokumente sind: Flugtickets,
Visa oder Touristenkarte (sofern nicht fest in den Paß eingetackert) und ggf. Zolldokumente.
Hotelvouchers, Aufbewahrungsscheine u.ä. können ebenfalls wichtig sein.
Benutzen Sie für Ihre Dokumente, Reiseschecks, Kreditkarten und Bargeld einen Brustbeutel oder Geldgürtel. Am besten beides. Öffnen Sie diese nicht in der Öffentlichkeit. Geld zum bezahlen bewahren Sie extra auf und zwar immer in der vorderen Hosentasche, nie in der Gesäßtasche. Auch nicht in einer Jacke mit Reißverschluß. In Menschenmengen (z.B. Basar) stecken Sie eine Hand locker in die Hosentasche und halten Ihr Geld fest.
Für alle Dokumente gilt: immer am Mann. Im Koffer oder sogar im Hotelsafe sind sie nicht sicher aufbewahrt. Höchstens Kopien dürfen Sie dort lagern. Fertigen Sie von allen Dokumenten Kopien an, die Sie getrennt von den Originalen aufbewahren. Am besten tauschen Sie über kreuz mit Ihrem Partner. Empfehlenswert ist manchmal, den Führerschein zusammen mit der Kopie des Passes und den Pass mit der Kopie des Führerscheins aufzubewahren oder zusätzlich den Personalausweis mitzunehmen – so haben Sie bei Verlust des einen noch ein zweites Originaldokument, was die beiliegende Kopie unterstützt (in afrikanischen Polizeikontrollen ist die Kopie allein oft nicht ausreichend).
Sollten Sie bestohlen werden, melden Sie den Verlust umgehend der Polizei und erstatten Sie auf jeden Fall Anzeige, sonst kann es gut passieren, dass die Versicherung den Schaden nicht zahlt. In einigen Ländern ist es ratsam, vor dem Gang zur Polizei die Botschaft oder das Konsulat des Heimatlandes zu informieren.
Bei einem Überfall leisten Sie
auf gar keinen Fall Widerstand. Halten Sie Bargeld im Wert von 50€ griffbereit
und händigen Sie es sofort aus. Damit sind die Angreifer in aller Regel
zufrieden und machen sich aus dem Staub. Auch zum Schutz vor Tieren benötigen
Sie grundsätzlich keine Waffen. Nehmen Sie grundsätzlich keine mit. Wenn Sie
eine Machete für den Urwald oder zum Öffnen einer Kokosnuß brauchen, kaufen Sie
sie vor Ort. Ein Taschenmesser kann nicht schaden, aber nie ins Handgepäck! Das
ist verboten und kann je nach Laune der Beamten zu einigem Verdruß führen.
FOTOGRAFIEREN
Eine Tropenreise ist etwas besonderes, das man sich nicht alle Tage gönnt. Deshalb
sollte man auch bei der Fotografie, die ja die Erinnerung daran vorzeigbar
festhält, nicht unbedingt geizen. Schwere, umfangreiche Foto- und
Videoausrüstung kann allerdings in tropischer Hitze auch schnell zu einer
echten Plage werden. Eine kleine Kompaktkamera neuesten Standards liefert bei
Brennweiten zwischen 30 und 300 mm oft ebenso gute Bilder wie eine
professionelle Spiegelreflexkamera. Für manche gibt es sogar einen guten
Fisheye-Aufsatz (z.B. Nikon FC-E8 für die CoolPix 4500 und ähnliche Modelle).
Persönlich kann ich nur Markengeräte von Nikon, Canon oder Leica empfehlen. Es kommt nicht nur auf die Megapixel an! Den Unterschied zum Angebot bei Aldi oder Lidl merkt man auf jeden Fall. Filme sind nicht mehr zeitgemäß und auf der Reise auch unpraktisch. Als Speicher sollte man 2 GB high-speed Karten (z.B. SanDisk Extreme III) nehmen. Ersatzakkus und Ladegrät nicht vergessen. Und das sind meine Favoriten in drei Klassen:
Kompakt: Canon A710 IS entspricht ca. 35-210mm KB (300€).
Spiegelreflex: Nikon D-80 mit Nikon AF-S 18-200mm (1700€).
Tierfotografie: Nikon D-200 mit Nikon AF-S
200-400mm und/oder AF-S 600 mm (>5000€).
GELD
In manchen Ländern ist die Einfuhr der nationalen Währung verboten. Häufig sind
die offiziellen Umtauschkurse dann schlechter als der internationale
Devisenumwechselkurs. Tauschen Sie dennoch eine ausreichende Menge Geld in
offiziellen Wechselbuden (am besten am Flughafen bei der Ankunft) und lassen
Sie sich eine Quittung geben. Die zeigen Sie auf Verlangen (z.B. bei der
Ausreise) vor. Unter der Hand tauschen Sie man besten nicht auf der Straße,
sondern bei ihrem einheimischen Reiseleiter oder jemandem, den Ihr Gastgeber
vermittelt.
Am sichersten sind Reiseschecks
(z. B. von AMEX oder Thomas Cook) und Kreditkarten (Mastercard, AMEX oder VISA).
Mit Bargeld erzielen Sie beim Einkauf aber bessere Preise. In manchen Ländern zahlt
man besser in Dollar, seltener auch in Euro. Wenn Sie Bargeld mit der
Kreditkarte abheben, ist oft eine PIN-Nummer erforderlich. Stellen Sie sich einen
guten Mix aus Bargeld in Landeswährung, Dollars, Reiseschecks und einer
Kreditkarte zusammen.
Während der Reise
GEDULD
In südlichen Ländern ticken die Uhren etwas anders. Hektik ist bei den
Einheimischen nicht nur ungewohnt sondern oft auch unerwünscht. Es bringt Sie
in der Regel auch keine Sekunde eher ans Ziel, eher das Gegenteil. Außerdem
sollten Sie sich im Urlaub einfach die Zeit nehmen, um Eindrücke aufzunehmen,
zu verarbeiten und zu verdauen. Bringen Sie Geduld mit und kalkulieren Sie großzügige
Wartezeiten mit ein.
HYGIENE
Ihre europäischen Ansprüche in Bezug auf Hygiene und Komfort müssen Sie leider
etwas zurückschrauben. Auf den ersten Blick ist in vielen südlichen Ländern furchtbar
schmutzig. Bei Speisen gilt folgende Merkregel: „Koch es, brat es, schäl
es oder vergiß es“. Vom Fleischverzehr wird in manchen Ländern (:B.
Indonesien) abgeraten, da das Fleisch bei der tropischen Hitze einfach zu
schnell verdirbt und es praktisch keine Qualitätskontrollen gibt. Dasselbe gilt
für rohen Fisch. Frische Salate sollten Sie ebenso meiden wie das Trinken von
Hahnenwasser. Es ist meist mit Colibakterien verseucht, die zwar den
Einheimischen nichts mehr ausmachen, uns aber sehr wohl! Das feuchtwarme Klima
macht oft durstig. Ausreichendes Trinken ist wichtig. Am besten, Sie trinken nur
abgefüllte und original verpackte Getränke, z.B. Mineralwasser oder Coca Cola.
Flaschen sind besser als Dosen. Achten Sie darauf, daß die Verschlüsse der
Flaschen unversehrt sind. Dosen desinfizieren Sie mit Alkohol. Verwenden Sie zum
Zähneputzen sicherheitshalber Mineralwasser oder Meerwasser. Wenn das Hotel
sagt, ihr Hahnenwasser sei zum Trinken geeignet, dann ist es gerade zum
Zähneputzen geeignet!
TELEFON
Handys sind auch in ärmeren Ländern allgegenwärtig. Unsere Handys funktionieren
dort meistens, allerdings sind die Roaminggebühren für Gespräche nach Europa
sehr teuer. Am besten kaufen Sie sich Prepaid-Karten (hauptsächlich für
Telefonate im Land) bei örtlichen Handy-Shops oder gehen in einen Telefonladen (für
Telefonate nach Europa).
SPRACHE
Mit Englisch kommt man überall zurecht, außer in Südamerika. Hier benötigt man
Spanisch. Englisch wird praktisch nicht gesprochen und auch im portugiesischen
Brasilien wird meist Spanisch verstanden. In französisch-Afrika ist natürlich
Französisch ideal, aber auch dort wird immer häufiger Englisch gesprochen. In
vielen Ländern ist Englisch Handelssprache (z.B. Indien, Indonesien, Kenia),
wenn nicht gleich offizielle Landessprache (auch wenn de Einheimischen
untereinander ihre eigene Sprache sprechen). Deutsch ist sehr selten, aber man
hat häufig Glück in Ländern wie Namibia, Togo, Tansania (ex-Kolonien), Kuba
(DDR-Austausch), Argentinien, Chile und Paraguay (Einwanderer). Sprachunkundige
können sich bei freundlichen Einheimischen auch gut mit Händen und Füßen
verständigen. Eine sehr interessante Erfahrung.
Einstellen
auf die Reise
Die Klimaumstellung kann einen ganz schön schlauchen. Damit Sie die ersten
Reisetage richtig fit sind und das Maximum von Ihrem Urlaub haben, empfehle ich
folgendes Programm 3 Wochen vor dem Abflug:
Die Kosten und der Aufwand sind gering im Vergleich zu dem, was Sie in ihrem Urlaub versäumen, vor allem wenn Sie den Tageskostensatz Ihrer Reise berücksichtigen. Bei einem Tagessatz von 100€ und der Annahme, dass Sie die ersten 2-3 Tage gar nicht richtig miterleben (wg. Müdigkeit, Mattheit, Kopfschmerzen, Unwohlsein, Magenverstimmung usw.) lohnt es sich in jedem Fall, 100€ in die Hand zu nehmen, ins Mineralbad mit Sauna zu gehen, ausnahmsweise auf dem Markt viel und frisch einzukaufen und auch mal indisch, afrikanisch oder mexikanisch essen zu gehen.
Warum das ganze?
*Bei Reisen in afrikanische Länder gibt es keine nennenswerte Zeitverschiebung.