Thailand
29. August – 10. September 2008
Am 29. August, exakt 3 Monate nach unserer Ankunft in Neuseeland, sind wir von Auckland über Sydney nach Bangkok geflogen. Mit Aufenthalt hat das Ganze ca. 15 Stunden gedauert. Da wir nur knapp 2 Wochen in Thailand waren, mache ich es kurz, obwohl ich wohl stundenlang darüber erzählen könnte.


Land und Leute
Die meisten Thailänder sind sehr freundlich und machen einen zufriedenen Eindruck trotz der teilweise vorherrschenden Armut. Ausnahmen sind zu beobachten bei Leuten, die viel Kontakt mit Touristen haben, z.B. Bedienungen, Verkäufer, Masseure oder Tuk-Tuk-Fahrer. Die sind vermutlich von den auch nicht immer netten Touris verdorben, oder der Neid schlägt auch hier langsam durch. Wenn man sieht, wie manche hier ihr Weihnachtsgeld verprassen, kann man schon verstehen daß die Thais glauben, bei uns wächst das Geld auf den Bäumen.
Daß Trinkgeld nicht erwartet wird, ist zwar weithin üblich, aber eben nicht überall. Die Sache ist wohl sehr differenziert und beim ersten Mal schwer zu kapieren. Manche wollen kein Trinkgeld, manche freuen sich nicht gerade darüber, selbst wenn man ihnen einen Tageslohn gibt und manche sind schon für kleinste Summen sehr dankbar. Also am besten fragt man vorher irgend jemanden, ob und wie viel man geben soll.
Der Einfluß Chinas muß sehr groß sein. Nicht nur, daß es hier sehr viele Chinesen gibt, die viele Geschäfte hier besitzen; sogar das thailändische Fernsehen, zumindest einige Sender, tun sich hervor mit Lob des fast-Nachbarn und übernehmen 1:1 chinesische Propagandasendungen (voll des überschwenglichen Lobes der KpCh-Führung usw.)
Der Buddha
Thailand ist ein buddhistisches Land. Und das Land ist voller Tempel. Und die Tempel sind voller Buddhas. Nachdem ich „Das Evangelium des Buddha“ gelesen habe, interessiert mich der Buddhismus in seiner praktischen Anwendung. Ich finde, daß alle Bauten, Zeremonien usw. – kurz, alle Äußerlichkeiten – nur da sind, um eine unterbewusste Botschaft zu transportieren. Also habe ich unseren Führer gefragt, was die unterschiedlichen Buddha-Statuen zu bedeuten haben und habe mir hier meinen eigenen Reim darauf gemacht:
Die Buddha-Statuen kann man in drei Kategorien einteilen: Stehende, sitzende und liegende Buddhas.
Der stehende Buddha repräsentiert das Leben in der Welt, auf der er fest auf beiden Füßen steht. Die rechte, linke oder beide Hände sind nach oben geöffnet und vom Unterarm ausgestreckt. Er deutet damit „halt“ und erinnert den Betrachter daran, daß er seinem alltäglichen Denken und Handeln Einhalt gebieten soll. Das Alltägliche, Profane darf sich dem Buddha nicht nähern. Auch ist der Gesichtsausdruck des stehenden Buddha streng oder neutral. Er hat einen (für Asiaten) normalen Körperbau und ist weder dick noch dünn.
Der sitzende Buddha repräsentiert die Meditation, den Weg, das Mittel und den Übergang von der Welt ins Nirvana, vom Sein ins Nicht-Sein. Während sein Oberkörper noch aufrecht ist, liegen seine Beine übereinandergefaltet am Boden. Der sitzende Buddha hat einen freundlichen, entspannten oder neutralen Gesichtsausdruck. Die rechte, die aktive, handelnde Hand liegt ruhig auf dem Oberschenkel. Manchmal liegt sie auch auf dem Nabel, dem Schwerpunkt des Körpers. Die nach oben geöffnete linke, empfangende Hand liegt in seinem Schoß. Mit ihr empfängt er Impulse aus einer anderen Dimension. Er ist meist kräftiger bis wohlbeleibt, was unterstreicht, daß er reichlich empfängt. Der sitzende Buddha ist Lehrer und Vorbild für den Menschen, der den Weg der Befreiung vom Rad der Wiedergeburten einschlagen will.
Der liegende Buddha repräsentiert das Nirvana, das neue Bewusstsein und das neue Leben. Die Füße gerade von sich gestreckt stützt er den Kopf auf die rechte Hand, die linke liegt gerade am Körper. Der Gesichtsausdruck ist freudig-enthoben. Seine Handlungen sind zur Ruhe gekommen und er hat das vollkommene Glück erreicht. Liegende Buddhas sind äußerst selten, dafür aber größer als vergleichbare Statuen. Sie erinnern daran, daß Meditation nicht Selbstzweck ist und daß es ein größeres Ziel gibt, welches der Buddha erreicht hat und der Mensch auch erreichen soll. Liegende Buddhas sind auffällig schmal und lang, ihre Proportionen widersprechen nicht nur dem dicklichen sondern auch dem normalen Körperbau. Er entspricht am ehesten einer sehr schlanken und großen Frau und zusammen mit seinen Gesichtszügen wirkt er weiblich-androgyn, deutet also auf das Ende der geschlechtsspezifischen Unterschiede im nirvanischen Lebenszustand hin.
Fotografieren ist kein Problem, man braucht auch nicht um Erlaubnis fragen. Der Buddha will fotografiert werden, denn er will in jedem Haus sein.
So, jetzt noch ein paar Bilder vom Nicht-Nirvana










